Große KG Fidele Brüder Koslar 1926 e.V.
© 2014-2017  GKG Fidele Brüder Koslar 1926 e.V., Alle Rechte vorbehalten. 
Große KG Fidele Brüder Koslar 1926 e.V.
Chronik der Gesellschaft 7x11 Jahre
Nachkriegszeit
1959-1975
Fanfarencorps
50 Jahre GKG
Kinderkarneval
Majoretten
1984 bis heute
Ordensstifter
In der Session 2002 / 2003 feierte die Große Karnevalsgesellschaft „Fidele Brüder„ 1926 Koslar ihr 7 x 11jähriges Vereinsjubiläum. Eine lange Zeit und viele Bürger, Mitglieder, Freunde und Gönner erinnern sich gerne an die Zeiten zurück, in der die Gesellschaft ihr 40jähriges Bestehen (1965/66)und ihr 50jähriges Jubelfest (1975/76) als auch vor einigen Jahren ihr 75jähriges Jubiläum (2001) feiern konnte.
Der Chronist will durch diese Rückschau all den Männern danken, die sich in der guten alten Zeit zusammengesetzt haben und diesen Verein gründeten, allen, die die Tradition durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit bis in die heutige Zeit aufrecht erhalten.
Leider fehlen uns Bilder und Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit der Gründung, ganz zu schweigen von Aufzeichnungen oder einer Vereinschronik. Hier wird versucht, nun so objektiv wie möglich einiges aufzuzeichnen. Über den Zeitraum der Gründung bis nach dem II. Weltkrieg, war er auf die mündliche Überlieferung, „op de Verzähl„ der Älteren angewiesen. In den danach folgenden Jahren war er selbst aktiv tätig und hat vor Ort einiges miterlebt.
Vorgeschichte:
Seit wann und wie hier in Koslar schon Fastnacht gefeiert wurde, ist vom Chronisten festgehalten und aufgezeichnet worden. Es handelt sich hierbei grundsätzlich nur um mündliche Überlieferungen. Diese Erinnerungen gehen zurück bis in die Zeit vor dem I. Weltkrieg. Dann war an den drei tollen Tagen in Koslar immer „etwas los„. Aber dieses „Feiern„ spielte sich hauptsächlich auf den Straßen und Gassen ab. Kleinere Gruppen zogen maskiert von Wirtschaft zu Wirtschaft, meist mit der „decken Tromm„ oder einer Ziehharmonika. Den damaligen Festsaal gaben die Wirte für diesen Zweck nicht frei, weil es ihnen zu wild und turbulent zuging. An dieses Treiben erinnert sich manch ein Koslarer mit Schmunzeln. Man hatte wenig Geld, aber Schalk und Übermut in Hülle und Fülle.
Eine große Rolle spielte dabei wohl der „Flachmann„, eine mit Schnaps gefüllte flache Flasche, die in der Brusttasche getragen werden konnte. Denn wo kämen sonst die lustigen Streiche her, über die jetzt noch manchmal in feuchtfröhlicher Runde gelacht wird. In der Zeit vor und nach dem I. Weltkrieg versuchte man, den Karneval in gewisse Bahnen zu lenken. Im damaligen Jünglingsverein zog man schon Kappensitzungen auf. Der Name rührt daher, daß jeder Teilnehmer damals etwas auf dem Kopf tragen mußte, ein buntes Papierhütchen oder eben eine Kappe, die spätere Narrenmütze. Die Geistlichkeit des Ortes zeigte eine große Aufgeschlossenheit für die Belange und Wünsche der Jugend. Die beiden Kapläne Weimer und später Jochems zogen diese Sitzungen für die Jugend und mit der Jünglingskongregation auf. Sie wurden tatkräftig unterstützt von „Oellesch Hein„ (Inhaber des Lebensmittelgeschäftes Heinrich Oellers hinter dem Denkmal).
Er war der Hauptorganisator der Sitzungen und vielleicht haben sich unsere Gründer bei ihm etwas abgeschaut und dann den Mut gefaßt, einen Karnevalsverein zu gründen. Genau weiß man den Vorgang nicht mehr; man weiß nur, daß sich drei Freunde, nämlich Hubert Thelen, Heinrich Sauer und Heinrich Oellers zusammensetzten und in die Gaststätte Hennes (hinter dem Denkmal) einluden. Mit von der Partie waren die Brüder Mathias und Wilhelm Sauer sowie Heinrich Hennen. Diese sechs Koslarer kann man als die Gründer der „Fidelen Brüder„ bezeichnen. Bei der nächsten Versammlung war die Schar der Mitstreiter schon bedeutend größer. Hier einige Namen, die sich im Lokal Peter Oellers zusammensetzten: Gerhard Vendt - Adam Schmitz - Gottfried Braumüller- Josef Nelles - Josef Sturm - Jakob Heinrichs - Peter Oellers – Josef Sauer - Franz Heidmann - Wilhelm Gilson - Franz Gilson - Josef Bierther - Wilhelm Bierther - Heinrich Mayntz. Aber auch hier ist nicht genau erwiesen, ob noch der eine oder andere dabei gewesen ist oder ob er im nächsten Jahr dazu kam.
Der Name „Karnevalsverein Fidele Brüder 1926 Koslar„ war geboren.
Sitzungspräsident war im ersten Jahr Hubert Thelen. Er liebte es, seine Begrüßungen und Danksagungen in origineller Versform darzubieten. Vielen von uns Jüngeren ein Begriff, denn er ging noch Jahre in die „Bütt„.
Als „Krätzschensänger„ machten sich Heinrich Hennes, Josef Sturm und Mathias Sauer einen Namen.
Sie brachten damit den Saal in Schwung, denn es war üblich, seine Mitmenschen kräftig durch den Kakao zu ziehen; des einen Leid, des anderen Freud.
Kleine Begebenheiten, die sich im Laufe des Jahres zugetragen hatten, wurden aufgezeichnet und in lustiger Form, teils auch mit beißendem Spott, in der „Bütt„ vorgetragen. Und das war ja das wichtigste: „Dat könnd en de Bütt„, für manchen ein Alptraum, für den einen zum Lachen.
Liedertexte wurden selbst geschrieben zu damals bekannten Melodien. Die erste Frau, die sich im Karneval einen Namen machte, war Fräulein Briefs, später Frau Rohrbach. In mühevoller Kleinarbeit stickte sie eine Vereinsfahne, die auf der Damensitzung 1928 eingeweiht wurde. Diese Fahne existiert heute nicht mehr. Sie zeigte auf der einen Seite den tanzenden Harlekin und auf der anderen Seite den Namen des Vereins. Ihr Vater war zur damaligen Zeit auch schon Mitglied. Vergessen darf man auch die Freunde nicht, die sowohl im Karnevalsverein als auch im Theaterverein „Gemütlichkeit Koslar„ ihre Darbietungen zum Besten gaben. Unvergessen hierbei: Der moderne Bettler von Abels „Höbsche„ und Münchhausen von Josef Meurer.
In den ersten Vereinsjahren wurde Hubert Thelen aus beruflichen Gründen nach Geilenkirchen versetzt. Weiterhin hielt er den „Fidelen Brüdern„ die Treue. Zu jeder Versammlung, das wäre heute undenkbar, kam er mit dem Fahrrad; und auf keiner Sitzung oder Tanzveranstaltung fehlte er.
Etwas sei hier noch zu bemerken: Das Geld, das bei den Veranstaltungen übrigblieb, wurde nach Beendigung der Session in einer gemütlichen Runde „draufgemacht„ und das nächste Jahr wurde begonnen, wie das erste, ohne einen Pfennig Geld in der Kasse.
Das war eben die gute, alte Zeit!
Für Hubert Thelen wurde ein Nachfolger gesucht und schnell gefunden. Mit Franz Heidmann hatte man einen würdigen und schlagfertigen Präsidenten. Als „waschechter„ Jülicher konnte er schnell die Koslarer Karnevalsfreunde für das „Lazarus- Strohmanus-Precken„ begeistern. In Jülich wird dieser Brauch heute noch von der historischen Gesellschaft „Lazarus Strohmanus„ seit über 300 Jahren gepflegt. Das Lazarus-Precken war also neu für Koslar. Ein Segeltuch wurde beschafft, „et Männeke wuet jemaat„, dann wurde geprobt und ein Besentanz einstudiert. Die Koslarer Bevölkerung war überrascht und erfreut, als man durch den Ort zog und sang:
:-: Ri- Ra- Rikkelche, jeste met nom Maat,
do koof ich Dier e Äppelche, on en Appeltaat :-:
Ob jede Eck` widd er jepreck - holdrio,
dat de flüsch, dat es en Spass, holdrio.
Drom stemmb ein jeder met uns ein:
Lazarus, er lebe hoch!
Dann wurde gesprochen:
Als Lazarus gestorben war, da weinte die Anna
Susanna, die Phillepina, die Schmitze Mina,
dä rude Jakob, dä löv de Berg erop,
do steht e Wietshus, do kom de Maad erus,
die hot ene Bessem en de Fus --
als Lazarus gestorben war.
Der Ausrufer, meist der Präsident, rief dann:
Was hat Lazarus mit zur Welt gebracht?„
Ein zweiter Mann am Tuch gab dann in Versform die Antwort.
Und hier war man gespannt. Denn wo der Zug anhielt, wurde, zum Gaudi der Bevölkerung, eine kleine Episode aus dem Leben des Anwohners ausgerufen. In den meisten Fällen fiel dann eine Flasche Schnaps in das Tuch. Zum Abschluß des Umzuges fand dann das Begräbnis des Lazarus statt. Unter Heulen und Wehklagen wurde die Strohpuppe in den Mühlenteich gepreckt.
Der Kommandant des Umzuges war Johann Breuer, genannt „dr kleene Breuer„. In seiner Extrauniform war er stets bei allen Umzügen dabei. Auf jeder Damensitzung hielt er ebenfalls s e i n e Rede. Ihm war es vorbehalten, die damals sehr bekannten „Letsch„- Reden vorzutragen. Das Volk klatschte so begeistert und trampelte mit den Füßen, daß von seinem Vortrag nichts mehr zu hören war. Er aber bedankte sich jedesmal überschwenglich, denn so einen Beifall hatte ja sonst keiner. Solche Originale sind selten, vermerkt der Chronist mit leichter Ironie; leider „sterben sie zu schnell aus„ und ihren Platz nimmt so schnell keiner mehr ein.
Im Reigen der Jahre liefen die Sitzungen und Umzüge in gekonnter Manier weiter. Ja, wenn die Politik nicht gewesen wäre! Andersgesinnte mischten kräftig mit. Eine freie Meinungsäußerung war nicht mehr möglich. Spitzel saßen überall und notierten fleißig jede unbedachte Äußerung. Narrenfreiheit unter der Narrenkappe gab es nicht mehr. Es erfolgte die Gleichschaltung aller Vereine. Präsident Franz Heidmann mußte sein Amt zur Verfügung stellen. Josef Wahle wurde sein Nachfolger. In dieser vorher so friedlichen Zeit, die ausgefüllt war, anderen Menschen Freude zu schenken, mischten sich diese bitteren Wermutstropfen. Aber es sollte noch schlimmer kommen, wie es die Geschichte bewiesen hat. Der II. Weltkrieg begann und die Aktiven der „Fidelen Brüdern„ zogen ins Feld - und manche von ihnen kehrten nicht mehr zurück ....
Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg
Die Wirren des Krieges waren vorbei und die meisten Koslarer aus der Evakuierung zurückgekommen. Der Wiederaufbau der zum Teil zerstörten Häuser gelang mit viel Mühe. Das Leben in unserem Heimatdörfchen normalisierte sich so langsam. Von den beiden bestehenden Festsälen war der Saal Bergheim sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden und der Saal Oellers zum Teil noch gut erhalten, so daß in den Jahren 46 - 47 schon einige Veranstaltungen stattfinden konnten.
Die Vereinsführung während des Krieges hatte kommissarisch Josef Wahle in Händen. Sein Verdienst war es, daß die im Jahre 1928 gestickte Vereinsfahne mit dem Harlekin den Krieg und die Evakuierung ohne Schaden überstanden hatte. Er war es jedoch nicht, der 1947 die Initiative ergriff, das Gesellschaftsleben wieder in Gang zu bringen, sondern der langjährige, ehemalige Präsident Franz Heidmann rief die alten Mitglieder zusammen und man bildete den ersten Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzte:
Vorsitzender und Präsident: Franz Heidmann
2. Vorsitzender: Josef Wahle
Schriftführer: Wilhelm Bierther
1. Kassierer: Heinrich Sauer
2. Kassierer: Gerhard Vendt
1. Beisitzer: Mathias Sauer
Viele junge Leute wurden Mitglied, doch von denen, die es wagten, in die „Bütt„ zu steigen, sind nur noch wenige übrig geblieben. Zu erwähnen seien hier vor allen Dingen Willi Wolff mit seinem deftigen Humor, der jahrelang die „Bütt„ des Koslarer Karnevals beherrschte und die „alten Hasen„ Heinrich Oellers und Grete Pütz. Sie brachten noch so manchen Witz aus der früheren Zeit.
Im benachbarten Jülich bildete sich 1948 eine neue Karnevalsgesellschaft, die „Rursternchen„. Durch seine Verbindungen mit seiner Heimatstadt Jülich gelang es Franz Heidmann, mit dieser Gesellschaft freundschaftliche Kontakte aufzunehmen. Unvergessen sind die Büttenvorträge von Else Schumacher-Mattonet; aber die bisher einzige Koslarer Büttenrednerin, Grete Pütz-Gierling, stand ihr nichts nach. Aus Müntz, dem damaligen Wohnort von Heinrich Öllers kam die KG„Malefinkbachblümchen„.
Gemeinsam, hauptsächlich um Kosten zu sparen, wurden unvergessene Damensitzungen abgehalten. Innerhalb des Vorstandes wurde angeregt, ein Tanzkorps mit Tanzmariechen aufzustellen. Die Begeisterung war groß, und Peter Frechen - er war damals Schriftführer - hatte schnell seine Freundin Käthe Meuser aus Barmen dazu begeistert, als erstes Tanzpaar öffentlich aufzutreten. Es gelang den beiden, noch sieben Paare dazu zu bewegen, eine starke Tanz- gruppe zu bilden. Alle Kostüme wurden in mühevoller Arbeit von Käthe Meuser selbst genäht. Der erste Auftritt im Jahre 1949 wurde ein glänzender Erfolg.
1951 feierte die Karnevalsgesellschaft ihr Silberjubiläum. Im kleinen Rahmen wurden die Gründer und Mitglieder geehrt. Doch ganz groß zog man in dieser Session den Rosenmontagszug auf. Alle Koslarer Vereine hatten sich zu den Vereinigten Vereine zusammengeschlossen und machten mit. Ein Wunschtraum von Franz Heidmann schien sich zu erfüllen, die Vereinigten Vereine. Doch es blieb ein Traum; denn bei vielen Vereinsführern stand der eigene Verein im Vordergrund und nicht die Gemeinsamkeit.
Nach den Jubiläumsveranstaltungen des Jahres 1951 / 52 begann für die „Fidelen Brüder„ eine sehr schwierige Zeit. Einige Mitglieder waren mit der Vereinsführung nicht mehr einverstanden. Es kam zu Zerwürfnissen und so lag es auf der Hand, daß eine neue Karnevalsgesellschaft, die „Rot-Weißen Funken„ ins Leben gerufen wurde. Diese Gesellschaft hielt ihre Veranstaltungen im Saale Oellers ab. Die „Fidelen Brüder„ hingegen feierten im Saale Bergheim und hatten immer ein volles Haus, so daß die finanzielle Existenz der Gesellschaft gesichert war. Hier zeigte sich die Treue des Publikums gegenüber den „Fidelen Brüdern„ und bald gab es keine zweite Karnevalsgesellschaft mehr.
Die beiden Büttenredner Willi Wolff (rechts) und Heinz Oellers begannen in den Jahren 1947/48 und 1952 mit ihren Vorträgen in der „Bütt„. Ihre ersten Orden verdienten sie sich auf den Damensitzungen der „Fidelen Brüder„. Daran schlossen sich weitere Erfolge im ganzen Aachener und Dürener Raum an. Beide waren bekannt für ihren sauberen, urwüchsigen und zotenfreien Büttenvortrag.
Fünf volle Jahre waren nach dem Silberjubiläum vergangen. Die „Fidelen„ standen wieder vor einem Jubiläum. Es sollte ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte werden. Die Karnevalsgesellschaft war zwischenzeitlich in den Regionalverband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise aufgenommen worden. Präsident Franz Heidmann hatte die Ehre, den Kreis Jülich im Präsidium zu vertreten. Eine große Jubiläumsprunksitzung wurde vorbereitet. Zahlreiche befreundete Karnevalsgesellschaften wurden eingeladen. Einzelne Programmpunkte hervorzuheben wäre übertrieben, aber Willi Wolff und Heinz Oellers und ganz besonders Grete Pütz leisteten in der „Bütt„ hervorragendes. Der Vizepräsident des Regionalverbandes, Hans Frings, war mit seiner Gesellschaft „Holzpoeze Jonge„, Düren, Ehrengast der Gesellschaft. Er hatte die angenehme Pflicht, eine neue Fahne zu enthüllen und diese an die Gesellschaft zu übergeben.
Alle Gründer waren anwesend und mit ihnen wurden verschiedene Mitglieder für eine 25- und 30-jährige Tätigkeit in der Gesellschaft geehrt und mit dem Jubiläumsorden ausgezeichnet. Hierbei handelte es sich um folgende Herren: Josef Wahle, Heinrich Mayntz, Leonhard Prömpers, Franz Schmitz, Josef Halscheidt, Mathias Sauer, Gerhard Vendt, Johann Breuer, Wilhelm Bierther, Jakob Heinrichs und Präsident Franz Heidmann selbst. Der eigentliche Höhepunkt dieser Sitzung aber war die Ansprache von Herrn Amtsdirektor Gerhard Lisken. Spontan erklärte er: „Die Karnevalsgesellschaft „Fidele Brüder„ soll sich ab heute für die großen Verdienste um den heimatlichen Karneval und die Brauchtumspflege für den guten und sauberen Eindruck, den die Gesellschaft bei ihren Auftritten hinterläßt, jetzt „Große Karnevalsgesellschaft„ nennen. Dieses wurde mit Genugtuung vernommen. Es spiegelte sich doch die Hochachtung und die Beliebtheit der Gesellschaft innerhalb der Dorfgemeinschaft in diesen Worten wieder.
Da von vornherein keine Vereinsfarben festgelegt worden waren, einigte man sich auf der Generalversammlung im Jahre 1957 auf die Zusammenstellung violett-gelb.
Gleichzeitig wurde beschlossen, für den Elferrat eine Uniform anzuschaffen. Jedes Elferratsmitglied bekam vom Schneidermeister Hermann Thouet seinen Elferratsfrack maßgeschneidert. Viel Idealismus wurde dafür aufgebracht, mußte er doch von jedem selbst finanziert werden.
Ein neuer Abschnitt begann 1959 und ein Datum erscheint wichtig, auch noch nach all den Jahren erwähnt zu werden: Am 6. September 1959 erhielt die Gesellschaft vom damaligen Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Herrn Thomas Liessem, die schriftliche Bestätigung, daß sie in den Bund Deutscher Karneval aufgenommen wurde.
So wie im Leben Höhen und Tiefen abwechseln, so blieben auch die „Fidelen Brüder„ von diesen Wechselfällen nicht verschont. Es war im November 1959. Der amtierende Präsident Franz Heidmann hatte seinen Posten aus Gesundheitsgründen niedergelegt. Lebhaft ging es auf dieser Generalversammlung zu, doch schließlich siegte die Vernunft und die Liebe zur Sache. Die „Fidelen Brüder„ reorganisierten sich in personeller Hinsicht und in ihrem strukturellen Aufbau. Jüngere Leute übernahmen das „Steuer„. Die Generalversammlung wählte Josef Prömpers zu ihrem ersten Vorsitzenden und zu dessen Unterstützung noch folgende Herren in den Vorstand: einstimmig wurde Hermann Rese zum Präsidenten gewählt; Heinz-Josef Freyaldenhoven zweiter Vorsitzender, Peter Müller Kassierer und Donald Müseler wurde Schriftführer.
Sie waren bereit zu neuen Taten. An Mut und gutem Willen fehlte es nicht und sie schafften es wirklich! Die erste Damensitzung, unter Leitung von Präsident Hermann Rese am 21.02.1960, wurde ein voller Erfolg und in der Heimatpresse entsprechend gewürdigt. Die Aktiven der „Bütt„ und die befreundeten Gesellschaften aus Niederau, Kohlscheid und Güsten trugen wesentlich dazu bei.
Von diesem Zeitpunkt an wurde von Josef Prömpers und Hermann Rese die Freundschaft mit anderen Vereinen stark gefördert. Jahr für Jahr waren andere Gesellschaften zu Gast, u.a. die „Brander Stiere„, „Große Eilendorfer„, „Domgrafen„, Aachen, „Jecke am Schlich„, Pier, KG „Mölle„, Stolberg, „Wenkbülle„, Stolberg, und viele mehr.
Doch man vergaß nicht, die eigenen Kräfte zu fördern. Auf einer Versammlung kam es zur Gründung des Fanfarenkorps. Man hatte die Begeisterung der Koslarer Bevölkerung gesehen, die die Eschweiler „Rote Funken„ hervorgerufen hatten, die seiner- zeit von Peter Müller nach Koslar geholt wurden. Die ersten Bläser hatte man schnell gefunden und Josef Wahle stiftete die erste Fanfare. Für die Anschaffung der zweiten sammelten die Mitglieder auf der nächsten Vorstandsversammlung. Weitere Spender waren: Josef Pickartz, Peter Hennes und Josef van Mulken.
Die Einstudierung der ersten Märsche übernahm Horst Köhnen. Uneigennützig brachten sie viele Opfer und blieben damit - in einer heute ungewohnten Weise - sich selbst treu. Ihre Leistungen steigerten sich derart, daß sie unter der bewährten Führung eines Horst Köhnen über sich hinaus wuchsen. Mit Willi Boix - als musikalischer Ausbilder - wurde das Spielen noch exakter und die Qualität der Darbietungen immer besser. Für die erfolgreichsten Auftritte der damaligen Zeit seien nur Märsche „Larida„ und „Hier Brandenburg all Wege„ genannt.
Die Personalstärke und die Leistung des Fanfarencorps wurden von Jahr zu Jahr immer besser. Zahlreiche Jugendliche traten in das Corps ein. Die Teilnahme an Umzügen und bei Wettstreiten dokumentieren dies. Die Zahl der Bläser und Trommler erreichte die stolze Zahl von 25 Mitgliedern. Die Umstellung von Fanfaren auf Trompeten und Posaunen war nur eine Frage der Zeit. Moderne Stücke wurden einstudiert.
Die musikalische Einstudierung übernahm nach Willi Boix in den Jahren 1973 bis 1976 Hans Engel aus Aldenhoven. Im Jahre 1976 legte Horst Köhnen nach einer sehr erfolgreichen Zeit sein Amt als Corpsführer in jüngere Hände. Heinz-Peter Brell übernahm mit Gerd Strauch die Leitung des Fanfarencorps.
1978 kam es zu einer Absplittung innerhalb des Corps und die „Swing- Trompeter„ wurden unter dem Vorsitz von Norbert Dammers gegründet. Die musikalische Leitung übernahm Heinz-Peter Brell.
Die restlichen Mitglieder des Fanfarencorps wurden von Dieter Rath von 1979 bis 1984 weitergeführt. Wegen Nachwuchsschwierigkeiten und mangelndem Interesse wurde das Corps – sehr zum Leidwesen der Gesellschaft – im Jahre 1984 aufgelöst.
Im Jahre 1960 stand ein wichtiges Thema zur Diskussion. Was kann man für die Kinder tun? ! Umzüge am Rosenmontag fanden keine mehr statt.
 Man wollte eine Veranstaltung nur für Kinder - eine Sitzung mit Kinderelferrat, Tanzgruppen und Büttenredner. Mit Unterstützung von Herrn Lehrer Rausch schaffte man das Unmögliche. Die erste Kindersitzung leitete der 1. Vorsitzende, Josef Prömpers, selbst.
In einem Bericht der „Jülicher Volkszeitung„ stand hierüber folgendes:
Einen Schritt ins Neuland wagte die Karnevalsgesellschaft „Fidele Brüder„, Koslar, am Sonntag mit ihrer Kinderkarnevalssitzung im Saale Bergheim. Die Verantwortlichen hatten es sich zur Aufgabe gestellt, in Anlehnung an die Sitzungen der Erwachsenen einen der kindlichen Mentalität angemessenen Karneval auf die Bretter zu stellen. Diese Aufgabe ist in allen Punkten glänzend gelöst worden.
Im Jahr danach, in der Session 1961, leitete Heinz-Willi Dickmeis die Kindersitzung. Ihre ersten Sporen in der „Bütt„ verdienten sich Berthold Lapp, Peter Steinbusch, Hans-Josef Freyaldenhoven, Wilfried Nießen und Matthias Breuer. Ein schmuckes Tanzpaar, Rosemarie Breuer und Margret Köth, begeisterten jung und alt mit ihrem Tanz. Die Begeisterung für die Kindersitzungen griff auch auf die anderen Lehrpersonen über. Konrektor Kurtz, Frau Wertz und Frau Finken schufen gemeinsam mit Lehrer Rausch und dem Vorstand der Gesellschaft in den nachfolgenden Jahren am Fastnachtssonntag ein dreistündiges Sitzungsprogramm für die Kinder.
Doch die Hauptarbeit lag beim Präsidenten, Hermann Rese. Er schrieb Büttenreden für die Kinder sowie die Ansprache und den Zwischentext für den Kinderpräsidenten. Seine Tochter Vera studierte mit ihm zusammen die Gruppentänze und den Tanz für die Kindermariechen ein.
Inzwischen fahren Koslarer Kinder Jahr für Jahr auch zu den befreundeten Gesellschaften. Die Kindersitzung ist aus dem Koslarer Karneval nicht mehr wegzudenken. Mit großer Begeisterung gehen die jungen Akteure auf die Bühne, um das kleine und große Publikum zu unterhalten, im Wechsel mit den Kindern der anderen Gesellschaften aus Selgersdorf, Stetternich, Güsten oder Lövenich.
An dieser Stelle dankt der Chronist allen ehrenamtlichen Helfern, allen Eltern sowie allen, die im Hintergrund bleiben und sich uneigennützig für das Wohl der Kinder einsetzen und ihre freie Zeit für ein gutes Gelingen opfern.
Daß man in Koslar für den Karneval einiges bewegen kann, bewiesen die Mitglieder des Elferrates. Ideen kamen meistens nach 1 oder 2 Glas Bier. So gründeten 6 Freunde das „Herrenballett„. Die „Killer-Girls„ wurden zu einer der größten Lacherfolge in den 70iger Jahren. Bei ihren Auftritten blieb kein Auge trocken.
Die „Killer Girls„ bei den ersten Gehversuche
Elferratsmitglieder: Berthold Lapp, Franz-Josef Mundt, Jakob Meyburg, Josef Collet, Willi Wieseler, Hubert Kempen (von li. nach re.)
Im Jahre 1966 feierte die Gesellschaft ihr 40jähriges Vereinsbestehen. Unter der Schirmherrschaft von Amtsbürgermeister Hubert Steffens aus Merzenhausen und in Anwesenheit aller noch lebenden Gründer, gratulierten viele Freunde der Gesellschaft. Die Festrede am Kommersabend hielt Kreisschulrat Herbert Laschet. Diese Rede wurde in ganz besonderer Weise vom Verbandspräsidenten der Aachener Grenzlandkreise, Heinz Wacker, später Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), gewürdigt.
Er wünschte, daß man allen Lehrpersonen ein Manuskript dieser Rede vorlegen sollte; dann hätte man in den Schulen ein besseres Verständnis für die Brauchtumspflege Karneval. Aber auch befreundete Gastvereine kamen und wünschten Glück sowie alles Gute für die nächsten Jahre. Die Jubiläumssitzung wurde ein voller Erfolg.
Seit vielen Jahren ist man mit der KG „Jecke am Schlich„ aus Pier befreundet. Vielen ist deren Bayernkapelle in guter Erinnerung. Vielleicht war diese Kapelle ein Vorbild, selbst eine Juxkapelle zu gründen, womit man auf Sitzungen auftreten konnte.
Nach der Session 1970 fuhr man über die Dörfer, um evtl. alte Instrumente aufzutreiben. Willi Wolff, als Ehrenmitglied der Feuerwehrkapelle, besaß noch ein Tenorhorn. Für die Elferratsmitglieder Albert Effertz, Hubert Kempen, Hans Kraus und Josef Prömpers wurden Instrumente angeschafft. Karl-Heinz Klein schlug die „decke Tromm„, die man bei Hubert Herzmann geliehen hatte. Michael Müntz war sofort mit seiner Tuba dabei und Richard Hürtgen übernahm die Probearbeit. Der erste Auftritt auf einer Damensitzung war 1971, wobei Willi Wolff es verstand, mit Humor und musikalischer Untermalung die Stimmung im Saal anzuheizen. Die erste gespielte Melodie war „Hohe Tannen„ und sie ist bis zum heutigen Tag die Erkennungsmelodie der „Merzbachtaler Musikanten„.
Ein weiteres Jubiläum konnte 1976 gefeiert werden. Das 50-jährige Bestehen der „Fidelen Brüder„ sollte zu einem Höhepunkt in der Vereinsgeschichte werden. Ein Jahr war nötig, dieses Fest vorzubereiten und zwei Jahre später mußte man noch die vereinbarten Gegenbesuche erfüllen. Man konnte für die Zeit vom 17. bis 26. Oktober 1975 ein gutes und umfangreiches Programm anbieten. Bürgermeister Karl Knipprath aus Jülich erklärte sich bereit, als Schirmherr zu fungieren. So empfing man im 1200 Personen fassenden Zelt zum Festkommers am 17. Oktober viele Gesellschaften und Vereine aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland.
Die ortsansässigen Vereine waren ebenfalls alle anwesend. Samstags fand nach einem großen Feuerwerk der Festball statt und sonntags erlebten 500 Kinder einen frohen Nachmittag mit vielen Überraschungen.
Auch an die älteren Bürger und Bürgerinnen hatte man gedacht. Aus den Orten Barmen, Broich, Bourheim, Merzenhausen, Engelsdorf, Jülich und natürlich Koslar wurden über 800 ältere Menschen mit Omnibussen abgeholt, um sich bei Kaffee und Kuchen zu amüsieren und Gelegenheit zu haben, aus alten Zeiten zu plaudern. Außerdem sorgte ein kleines Programm für zusätzliche Unterhaltung.
Höhepunkt aller Veranstaltungen war der „Rheinische Abend„ mit verschiedenen Programmpunkten und dem Besuch des Gaststars Graham Boney. Das Festzelt war restlos ausverkauft. Etwas Kopfschmerzen bereitete den Organisatoren der große Festzug am Sonntagnachmittag. Über 100 Vereine hatten ihren Besuch angekündigt. Um so überraschter waren die Verant- wortlichen, daß alles reibungslos ablief.
40 Musikzüge, mehr als 50 Karnevalsgesellschaften sowie Folkloregruppen aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Frankreich nahmen am Umzug teil, ca.1400 Kostümierte. Dicht gedrängt standen die Zuschauer an den Straßen.
Man schaute sich das bunte Treiben an und man war sich einig, so was wird man in Koslar so schnell nicht mehr erleben. Unter den teilnehmenden Gruppen stach das Majorettencorps „Gyms Majorettes Parade Beaumont suir Oise„ bei Paris ganz besonders hervor, welches mit viel Beifall bedacht wurde. Die Gesellschaft fuhr 1976 und 1977 zu einem Gegenbesuch nach Frankreich und wurde mit großer Herzlichkeit aufgenommen.
Bei dieser Gelegenheit wurde der Grundstein für die Gründung eines späteren Majorettencorps gelegt. Die junge Gabi Buschbell erhielt in Frankreich einen Majorettenstab geschenkt und probte so lange damit zu Hause, bis sie ihr Können in der Öffentlichkeit zeigen konnte. Dies war 1979 auf der Karnevalssitzunng. Aber noch etwas hatte man aus Frankreich mitgebracht. Eine damalige Majorette der Spitzenklasse mit Namen Marylin Müller. Deutschland wurde ihre neue Heimat und beim jetzigen Forschungs-Institut in Jülich fand sie eine Arbeitsstelle.
Sie wurde Mitglied bei den „Fidelen Brüdern„und baute eine Majorettengruppe mit viel persönlichem Einsatz auf. Viele Stunden ihrer Freizeit opferte sie, um den Mädchen die schwierige Twirlingsarbeit mit dem Batonstab beizubringen. Die Erfolge blieben nicht lange aus, waren doch die jungen Damen: Birgit Ruhrig, Melanie und Diana Holz, Carmen Kalkbrenner, Claudia Rath und andere die Garanten für viele Preise und Pokale.
Im benachbarten Frankreich und Holland waren die Majoretten gern gesehene Gäste. So plante man die Durchführung einer internationalen Grenzland-Begegnung für Majoretten für das Jahr 1984, unter der Schirmherrschaft von Herrn MdL Karl Frey. Diese Veranstaltung, am 21.10.1984, wurde ein voller Erfolg. Im ersten Halbjahr 1985 kam es zur Splittung der Majoretten- gruppe. Ein Großteil der Majoretten, unter Führung von Hermann Rese, gründeten den Tanz- und Twirlingclub, Koslar.
Bei der Gesellschaft verblieben: Elke Frauenrath, Sabine Schwedler, Tanja Spitzer, Katja Dammers, Yvonne Kropp und andere, die fortan von Hannelore Dammers-Eichner trainiert wurden. Neue Kostüme in lila-weiß wurden angeschafft. Hebefiguren als Tanzeinlagen waren nach einem Jahr intensiven Übens das Erfolgsrezept der Gruppe. Dies hatte zur Folge, dass die jungen Männer: Jürgen Strack, Frank Felder, Guido Güldenberg, Markus Weber, Michael Braun und Volker Schunck integriert werden mussten. Mit dieser Formation erzielte man anhaltende Erfolge. Da jedoch der Batonstab, trotz anderes gelagertem Aufbau der Tänze, nicht abgelegt wurde, war der „Leuchttanz„ der Höhepunkt eines jeden Auftritts. Der Antritt von Lehrstellen und die Einschreibung bei weiterführenden Schulen war ausschlaggebend dafür, dass die Trainingseinheiten nicht mehr in der mittlerweile sehr anspruchvoll gewordenen Form absolviert werden konnten. Aufgrund dessen löste sich nach der erfolgreich abgeschlossenen Session 1990/91 die Gruppe auf.
In den Jahren 1979 und 1980 fuhr die Gesellschaft auf Einladung des Fremdenverkehrsvereins nach Ostheim vor der Rhön. Man blieb 3 Tage und war dort privat untergebracht. Als Gegenbesuch konnten wir die Stadtkapelle Ostheim mit 35 Personen auf dem gemütlichen Abend am 08.11.1980 begrüßen. Es war gleichzeitig das Eröffnungsfest für das 5 x 11 jährige Jubiläum unter der Schirmherrschaft des stellvertr. Bürgermeisters Hubert Bücher aus Jülich. Die Jubiläumssitzung wurde ein voller Erfolg, waren doch die „Black Föös„ aus Köln zum ersten Mal in Koslar. Die Gastgesellschaften „Ulk„ Selgersdorf, „Kut erop„ Niedermerz, „Schnappskännchen„ Güsten, und „Schanzeremmele„ Stetternich trugen mit ihren Darbietungen zum Gelingen des Abends bei. Ebenfalls nicht zu vergessen die Rheinische Garde „Blau-Weiß„ Düsseldorf und „Blau-Weiß„ Solingen.
Aber nun zu den Karnevalsumzügen
Es kann nach der Session 1972/73 gewesen sein, als der Vorstand sich mit Interessengruppen und Vorstandsmitgliedern der Koslarer Ortsvereine in der Gaststätte „Zur Goldenen Brezel„ zusammensetzte mit dem Ziel, einen Karnevalsumzug am „Tulpensonntag„ zu starten, was auch in die Tat umgesetzt werden konnte. Mit zahlreichen Fußgruppen und 8 Wagen zog man mehrere Stunden durch das Dorf. Von Anfang an dabei waren die „Schloofmötze„. Das Interesse ließ leider in den letzten Jahren etwas nach, weil Wagenbau und Wurfmaterial immer teurer wurden.
Jedoch jedes Jahr, wenn es heißt: „Dr Zoch kütt„, ist groß und klein auf den Beinen. Der Abschluß wird in der Bürgerhalle bis in die späten Abendstunden – bei Livemusik oder Discosound – gebührend gefeiert.
Die Zeit vergeht; aber einige Daten der letzten Jahre sollten doch erwähnt werden: Nach 25jähriger Präsidentschaft schied Hermann Rese 1984 aus der Gesellschaft aus.
Bei den erforderlichen Neuwahlen wurde Frans van Balen zum 1.Vorsitzenden, Walter Maris zum 1. Geschäftsführer und Peter Müller zum 1. Schriftführer gewählt.
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte man den Posten des Präsidenten nicht besetzen. Für die anstehende Gala- Sitzung wurde Wilfried Lüngen aus Lövenich als Gastpräsident angeheuert. Er erledigte seine Aufgabe mit Bravour.
Anfang des Jahres 1986 erfolgte die Eintragung der Gesellschaft in das Vereinsregister beim Amtsgericht Jülich.
Im selben Jahr übernahm Leo Sauer das Amt des Präsidenten, welches er in der Session 1987/88 aus gesundheitlichen Gründen niederlegen mußte.
Fritz Eichner übernahm die Präsidentschaft und führte sie im Sinne seiner Vorgänger bis 1990. Bei den Neuwahlen 1990 wurde Franz-Josef Mundt zum 1. Vorsitzenden, Fritz Eichner zum 1. Geschäftsführer und Walter Maris zum Präsidenten gewählt. Peter Müller blieb 1. Schriftführer der Gesellschaft. 1991 gab Fritz Eichner aus beruflichen Gründen die Geschäftsführung an Leo Herzogenrath weiter.
1992 war ein Jahr der Neuerungen bzw. Strukturveränderungen bei den Fidelen Brüdern.
Durch Überredungskünste des 1. Vorsitzenden und des Präsidenten konnte man Heinz Sauer und Arnold Weber für die Führungsmannschaft gewinnen. Die Neuwahlen im Frühjahr 1992 ergaben folgendes Vorstandsbild:
Den Vorsitz hatte Franz-Josef Mundt und die Präsidentschaft Walter Maris inne. Arnold Weber übernahm die Geschäftsführung und die Finanzen und Hannelore Dammers-Eichner die Schriftführung.
Eine erste Aufgabe des neuen Management war es, die zwischenzeitlich aberkannte Gemeinnützigkeit zurückzuholen.
Nach einer Einarbeitungszeit und Überarbeitung der vorhandenen Buchungsunterlagen wurde die Gemeinnützigkeit Ende 1992 vom Fiskus wieder ausgestellt.
Der Weg war frei für eine Satzungsänderung, damit ein Senat, der unverzichtbar einer jeden Gesellschaft ist, gegründet werden konnte. Im August 1992 war es dann soweit. Heinz Sauer konnte als erster Senatspräsident einen intakten Senat präsentieren. In der Session 1998/99 legte Walter Maris sein Amt als Präsident nieder. Sein Nachfolger ist seit dieser Zeit Heinz-Peter Brell.
Lobenswert erwähnen möchten wir auch unsere Tanzgarde und Tanzmariechen, die seit 1998 allwöchentlich die Freizeit opfern, um bei Beginn der fünften Jahreszeit die Tänze gekonnt auf das Parkett zaubern. Die Trainerin Simone Kosprd, die auch aktiv mittanzte und seit der Anfangszeit dabei war, schied 2004 aus.
77 Jahre mußte die Große Karnevalsgesellschaft (GKG) Fidele Brüder Koslar alt werden, bevor sich die Geschichte des Vereins in einem nicht unwesentlichen Punkt ändern sollte. Als eine der ältesten traditionsreichen karnevalistischen Vereine im Jülicher Land, war die GKG bislang immer ohne Dreigestirn oder Prinzenpaar in die närrische fünfte Jahrezeit gestartet. Erst zur Jubiläumssession 7x11 Jahre sollte sich auch die GKG Fidele Brüder aus Koslar in die Hierarchie der „Tollitäts-Gesellschaften“ einreihen können.
Nicht nur aus einer sogenannten Bierlaune heraus, sondern vielmehr den richtigen Zeitpunkt abwartend, entschieden sich drei junge Mitglieder der Gesellschaft dem Vorstand folgenden Vorschlag zu unterbreiten:
„Im Jahre des 7x11-jährigen Bestehens der Gesellschaft soll ein Höhepunkt in der Geschichte des Vereins, die kommende närrische Session begleiten: Die Gründung eines ersten waschechten Dreigestirns muß in Erwägung gezogen werden.“
Schnell einigte sich der Vorstand auf die Verwirklichung dieses Vorhabens. Auch die Mitgliederversammlung reagierte durchweg positiv auf diese Entscheidung.
Die Gründung des ersten Dreigestirns der Großen Karnevalsgesellschaft Fidele Brüder aus Koslar war vollzogen!
Die drei Koslarer Junge Achim Maris (Prinz), Mario Schumacher (Jungfrau) und Marco Mundt (Bauer) stellten sich dieser Aufgabe mit Unterstützung der beiden altgedienten Franz-Josef Mundt und Walter Maris als Prinzenführer und wurden im Dorf als auch auswärtig frenetisch bejubelt und gefeiert, so dass man dieses Experiment rundum als gelungen bezeichnen darf! Und auch in der kommenden Sessionen wird es ein Dreigestirn geben.
Mit Freude können wir in jeder Session die Gala-Sitzung - 14 Tage vor Karnevalssamstag - der breiten Öffentlichkeit anbieten.
Alle Künstler, die in Koslar auftreten, sind bekannt aus den verschiedensten Fernsehsitzungen. Wir sind stolz auf unsere Sitzungen im Koslarer „Gürzenich„.
Unter dem Einfluß von Radio und Fernsehen hat daher auch das Profitum Einzug im dörflichen Karneval gehalten. Dieser Herausforderung mußten wir uns stellen.
Wir haben es getan und das nicht geringe finanzielle Wagnis mit Hilfe aller unserer Freunde in jeder Session bisher gemeistert.
Wir hoffen, daß sich Jugendliche finden, die die Brauchtumspflege „Fastelovend„ ernst nehmen und das Vereinsleben fördern, damit das Freude schenken in unserem Ort noch lange erhalten bleibt.
Koslar Alaaf